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Starker Tornado trifft Kleinstadt in Oklahoma

Die Tornadosaison im mittleren Westen der USA ist derzeit in vollem Gange. In der vergangenen Nacht europäischer Zeit trat in Oklahoma nun ein besonders starker Tornado auf.
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Meteorologischer Hintergrund

Der mittlere Westen der USA ist vielleicht der Ort auf der Erde, wo am regelmäßigsten im Frühjahr Bedingungen vorkommen, die die Bildung von Superzellen und starken Tornados begünstigen. So auch in der vergangenen Nacht. Grund hierfür ist die Lage auf der Ostseite der Rocky Mountains und der Zufuhr von feucht-labiler Luft vom Golf von Mexiko. Nicht umsonst trägt die Region den Namen ‚Tornado Alley‘.

Dry-Line und Superzellen

Dabei bildet sich im Frühling tagsüber in den Plains häufig eine sog. Dry-Line, die trockene Gebirgsluft herunter mischt und durch das generell abschüssige Gelände in die Ebene hinab sich eben dorthin bewegt. In der Folge schiebt sich die schwerere trocknen Luft unter die, zwar ähnlich temperierte, aber leichtere feuchte Golfluft. Ist nun Geschwindigkeitsscherung (Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu) und Richtungsscherung (Windrichtung ändert sich mit der Höhe) vorhanden, können sich sog. Superzellen bilden. Am Nachmittag und Abend Ortszeit bildeten sich von Nebraska bis nach Oklahoma mehrere solcher besonders kräftigen Gewitterzellen.

Taupunkte und Position der Dry-Line zum Zeitpunkt des Tornados © UBIMET

Tornado bei Enid

Bei Superzellen können sich unterhalb des definitionsgemäß rotierenden Aufwindes Tornados entwickeln. Sind die Bedingungen sehr günstig, können diese sehr stark werden und Windgeschwindigkeiten über 300 km/h erreichen. Damit ist das Schadenspotential sehr hoch. Die folgenden enormen Aufnahmen des Tornados geben einen Eindruck:

Die folgenden Bilder zeigen das Ausmaß der Schäden nahe der Stadt Enid im Norden des Bundesstaats Oklahoma. Nach bisherigen Angaben wurden keine Menschen getötet, 10 Menschen wurden allerdings verletzt.

Auch in Iowa und Kansas traten Tornados auf, zudem wurde Großhagel mit bis zu 10 cm Durchmesser in Kansas gemeldet.

Aussichten

Auch in den kommenden Tagen ist die Gefahr von kräftigen Gewitter inklusive Superzellen mit Tornados, großem Hagel und orkanartigen Böen zu erwarten. Zunächst sind erneut die Staaten im mittleren Westen im Fokus, später dann die Staaten direkt südlich der großen Seen.

 

Titelbild: Satellitenbild der Gewitter am Abend, unten links bildet sich gerade die Superzelle, die den Tornado in Enid bringen wird.

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