Starker Tornado trifft Kleinstadt in Oklahoma
Meteorologischer Hintergrund
Der mittlere Westen der USA ist vielleicht der Ort auf der Erde, wo am regelmäßigsten im Frühjahr Bedingungen vorkommen, die die Bildung von Superzellen und starken Tornados begünstigen. So auch in der vergangenen Nacht. Grund hierfür ist die Lage auf der Ostseite der Rocky Mountains und der Zufuhr von feucht-labiler Luft vom Golf von Mexiko. Nicht umsonst trägt die Region den Namen ‚Tornado Alley‘.
Dry-Line und Superzellen
Dabei bildet sich im Frühling tagsüber in den Plains häufig eine sog. Dry-Line, die trockene Gebirgsluft herunter mischt und durch das generell abschüssige Gelände in die Ebene hinab sich eben dorthin bewegt. In der Folge schiebt sich die schwerere trocknen Luft unter die, zwar ähnlich temperierte, aber leichtere feuchte Golfluft. Ist nun Geschwindigkeitsscherung (Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu) und Richtungsscherung (Windrichtung ändert sich mit der Höhe) vorhanden, können sich sog. Superzellen bilden. Am Nachmittag und Abend Ortszeit bildeten sich von Nebraska bis nach Oklahoma mehrere solcher besonders kräftigen Gewitterzellen.

Tornado bei Enid
Bei Superzellen können sich unterhalb des definitionsgemäß rotierenden Aufwindes Tornados entwickeln. Sind die Bedingungen sehr günstig, können diese sehr stark werden und Windgeschwindigkeiten über 300 km/h erreichen. Damit ist das Schadenspotential sehr hoch. Die folgenden enormen Aufnahmen des Tornados geben einen Eindruck:
A very large, dangerous #tornado struck Enid/Vance AFB in north central Oklahoma this evening causing extensive damage. Early estimates is that it was a strong EF-4…numerous injuries have been reported but no immediate reports of fatalities. #arwx #okwx pic.twitter.com/tmjgUIeGLi
— Chief Keith Monahan CBM17R (@ChiefKeith) April 24, 2026
The terrifying view of the tornado near Enid, Oklahoma this evening as it crossed the road. Join our live streams & watch the full chase edit coming up via https://t.co/nieJn2YwxP pic.twitter.com/tRrr00xA89
— Daniel Shaw (@DanielShawAU) April 24, 2026
Die folgenden Bilder zeigen das Ausmaß der Schäden nahe der Stadt Enid im Norden des Bundesstaats Oklahoma. Nach bisherigen Angaben wurden keine Menschen getötet, 10 Menschen wurden allerdings verletzt.
Photos from SKY 5 of houses slabbed just east of highway 81 south of Enid.
This is HIGH END tornado damage.The NWS Norman is headed that way to begin surveys to determine how strong this tornado was. #okwx pic.twitter.com/iVsznQ35Tm
— Mikayla Smith ☈ (@mikaylasmithwx) April 24, 2026
Auch in Iowa und Kansas traten Tornados auf, zudem wurde Großhagel mit bis zu 10 cm Durchmesser in Kansas gemeldet.
Aussichten
Auch in den kommenden Tagen ist die Gefahr von kräftigen Gewitter inklusive Superzellen mit Tornados, großem Hagel und orkanartigen Böen zu erwarten. Zunächst sind erneut die Staaten im mittleren Westen im Fokus, später dann die Staaten direkt südlich der großen Seen.
Titelbild: Satellitenbild der Gewitter am Abend, unten links bildet sich gerade die Superzelle, die den Tornado in Enid bringen wird.