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Hurrikan und Orkantief: Wo liegt der Unterschied?

Hurrikan und Orkantief: Wo liegt der Unterschied?

Hurrikan Florence befindet sich derzeit über dem Nordatlantik und zieht als Hurrikan der Kategorie 4 in Richtung North Carolina. Solch ein tropischer Wirbelsturm weist völlig unterschiedliche Merkmale als die Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten auf.

Hurrikan Florence wird in den kommenden Tagen zunehmend an Medienpräsenz gewinnen. Besonders in den Küstenregionen von North und South Carolina drohen durch den Landfall des Wirbelsturms katastrophale Auswirkungen, so laufen die Evakuierungen in diesen Regionen bereits an. Mehr dazu hier: Florence bereits Kategorie 4. Aus meteorologischer Sicht weisen diese tropischen Tiefdruckgebiete völlig andere Merkmale als die Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten auf.

Keine Temperaturgegensätze

Allgemein sind Hurrikane in den meisten Fällen vergleichsweise klein und besitzen einen Durchmesser von wenigen hundert bis etwa 1.500 Kilometer. Ausgeprägte Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik erreichen noch wesentlich größere Ausdehnungen. Hurrikane sind zudem symmetrisch angeordnet und weisen abgesehen vom etwas wärmeren Kern nahezu keine Temperaturgegensätze mit dem Umfeld auf. Sie entziehen ihre Energie nahezu ausschließlich mittels Verdunstung bzw. Kondensation von den warmen Gewässern der Tropen. Die Tiefs in den mittleren Breiten benötigen für ihre Entstehung hingegen starke Temperaturgegensätze und weisen somit Warm- und Kaltfronten auf.

Hurrikan mit Höhenhoch

Die Regionen mit dem stärksten Windfeld sind bei Wirbelstürmen meist eng begrenzt, während beispielsweise atlantische Tiefs zwar schwächere, aber dafür wesentlich größere Windfelder aufweisen.  Da die Luft in einem Hurrikan zudem etwas wärmer als in seinem Umfeld ist, sinkt der Druck mit der Höhe im Kern des Sturms weniger schnell als in der Umgebung. Ab einer bestimmten Höhe herrscht im Zentrum somit ein höherer Druck als im Umfeld: Dieses lokale Hochdruckgebiet in der Höhe drückt die Luft vom Kern des Hurrikans weg. Daher sieht man am Satellitenfilm von starken Hurrikanen auch im Uhrzeigersinn abziehende Wolken vom Kern des Wirbelsturms. Ohne dieses ausströmen der Luft könnte der Druck in bodennähe auch nicht weiter sinken.

Im Gegensatz zu einem tropischen Wirbelsturm ist ein Orkantief also ein Tief der mittleren Breiten, welches im stärksten Windfeld eine Windgeschwindigkeit von mindesten 118 km/h aufweist. Es besitzt eine Kalt- und eine Warmfront und hat einen kalten Kern.

 

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Titelbild: Die Sicht von der Internationalen Raumstation auf Hurrikan Florence am Montag. © Richard Arnold / NASA