Unwetterzentrale Österreich

Superzelle

Eine Superzelle ist eine markante, gut organisierte und langlebige Einzelgewitterzelle, die bei ausgeprägter Scherung entsteht. Die starke vertikale Windzunahme versetzt auf- oder auch absteigende Luftpakete in Rotation, zunächst bilden sich horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines enstehenden Gewitters saugt diese Wirbel ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Die einige bis einige Dutzend Kilometer Durchmesser umfassende rotierende Luftmasse wird als Mesozyklone und die damit verbundene Gewitterzelle ab einer gewissen Andauer als Superzelle bezeichnet. Durch die Drehung durchwandern Hagelschlossen mehrere Zyklen im Gewitter und können zu enormer Größe anwachsen, bis sie letztendlich mit 10 cm Durchmesser zu schwer werden, um vom Aufwind balanciert zu werden. Am Boden können sie immer noch bis zu 7 oder 8 cm Durchmesser aufweisen und so für schwerste Schäden sorgen. Im Bereich des Aufwindschlauches einer Superzelle kann sich unter speziellen Bedingungen auch ein Tornado bilden.