Unwetterzentrale Österreich

Gewitter und Blitze

Wächst eine Quellwolke mächtig heran und bildet einen Amboss aus (Cumulonimbus-Wolke), kann sie zu einem Gewitter werden. Dieses bringt nicht nur Regen, sondern auch sichtbare elektrische Phänomene, die Blitze. In einer Gewitterwolke entsteht nämlich durch Ladungstrennungsprozesse ein elektrisches Feld, das auch auf der Erde Ladung induziert, ähnlich einem Kondensator. Erreicht die Spannung einen Wert, bei der Luft leitfähig wird, bildet sich zunächst ein unsichtbarer, leitender Blitzkanal. Knapp vor Erreichen der Erdoberfläche schlägt eine Fangladung entgegen, die Leitung ist geschlossen und in mehreren Schüben erfolgt der sichtbare Ladungsaustausch in Form eines Blitzes. Der Blitz erhitzt die Luft auf mehrere 10 000 Grad, sie dehnt sich schlagartig aus, die Schockwelle ist akustisch als Donner vernehmbar. Die Entfernung des Blitzes kann man abschätzen, indem man die Zeit bis zum Donner misst, 3 Sekunden entsprechen etwa 1 Kilometer. Blitze verlaufen zwischen den Wolken sowie zwischen Wolken und Erdoberfläche. Je nachdem welche Ladung sie netto transportieren, spricht man von positiven oder negativen Blitzen.