Man spricht von Sturm, wenn der Wind Geschwindigkeiten von mindestens 75 km/h erreicht. Das entspricht Stärke 9 auf der 13-stufigen Beaufortskala (Stärke 0 bis 12). Windgeschwindigkeiten, die 118 km/h überschreiten (bzw. Stärke 12 erreichen) werden als Orkan bezeichnet. Dazwischen gibt es noch die Abstufungen Windstärke 10 (schwerer Sturm) und 11 (orkanartiger Sturm). Gefährlich sind in einem Sturmereignis vor allem die Böen, also kurzzeitige Windspitzen, da sie doppelt so hoch sein können wie die durchschnittliche Windgeschwindigkeit.
Oft treten in Verbindung mit Sturmereignissen auch starke Niederschläge oder Hagel auf. Deswegen wird der Begriff Sturm zum Teil als Synonym für kräftige Gewitter benutzt, und auch die englische Übersetzung für Gewitter („thunderstorm“) beinhaltet das Wort Sturm. Bei dieser Erscheinung handelt es sich jedoch um Begleiterscheinungen, bzw. Spezialfälle eines Sturms. Beim klassischen, im vorhergehenden Abschnitt beschriebenen Sturmereignis handelt es sich hingegen um großflächigen Sturm im Bereich eines Tiefdruckgebiets.
Über einem größeren flachen Gelände und vor allem über der See sind die Windgeschwindigkeiten aufgrund der geringen Bodenreibung deutlich höher. Deshalb tritt Sturm oder Orkan über dem Meer und an der Küste auch häufiger auf als im Binnenland.

Sturm an der See
Wind entsteht in Folge von Druckunterschieden. Je größer der Druckgradient, also der Unterschied des Luftdrucks zwischen zwei verschiedenen Orten, desto höher die Windgeschwindigkeit. Die Atmosphäre ist bestrebt diesen horizontalen Luftdruckunterschied auszugleichen und als Reaktion stellt sich eine Luftströmung vom hohen zum tiefen Druck ein. Ist der Druckgradient groß genug, kommt es durch die starke, druckausgleichende Strömung zum Sturm.
Der Wind kann außerdem Sturmstärke erreichen, wenn der sogenannte „Düseneffekt“ eine bestehende Strömung beschleunigt. Der „Düseneffekt“ entsteht bei der Kanalisierung des Windes durch die Topographie oder die Bebauung der Umgebung. Diese verringert den Strömungsquerschnitt und sorgt somit dafür, dass sich die Windgeschwindigkeit erhöht. So etwas findet man in Österreich zum Beispiel im Donauraum (Wiener Pforte) und bei bestimmten Windrichtungen in inneralpinen Tälern.
Ein Sturmereignis kann auch durch stärkere vertikale Luftbewegungen entstehen, welche z.B. innerhalb von kräftigen Schauern oder Gewittern vorkommen. Dabei wird kalte, schwere Luft aus höheren Luftschichten bis in Bodennähe herab gemischt, somit kann der Wind bodennah plötzlich stürmisch auffrischen.

Bodendruckkarte (DWD) des Orkantiefs Emma vom 01.03.2008
Schneesturm
Tritt in Zusammenhang mit teilweise ergiebigen Schneefällen auf. Durch den starken Wind kommt es zu Verfrachtungen des Schnees und dadurch zu starken Behinderungen im Flug-, Straßen- und Schienenverkehr. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können auch bei einer mittleren Schneehöhe von nur wenigen Zentimetern bedeutende Schneeverwehungen entstehen.
Hagelsturm
So wird mitunter ein schweres Gewitter bezeichnet. Hagel sind Eiskörner mit mindestens 0,5 cm Durchmesser, es sind sogar Hagelschlossen von mehr als 5 cm Größe möglich, diese kommen in Mitteleuropa jedoch eher selten vor. Hagelschlag und Sturm können für erhebliche Schäden in der Landwirtschaft, an Gebäuden und Fahrzeugen sorgen.
Sandsturm/Staubsturm
In Mitteleuropa eher selten. Wenn die Böden nach einer längeren Trockenperiode im Frühjahr oder Sommer sehr trocken sind, kann es bei einem Starkwindereignis auch in Mitteleuropa zu Staub-/Sandstürmen kommen. Erhebliche Sichtbeinträchtigung und somit eine Behinderung für den Straßen- und Flugverkehr sind die Folge. Außerdem entsteht für die Landwirtschaft vor allem durch die Verfrachtungen von fruchtbaren Ackerböden erheblicher Schaden.
Tornados
Diese können mitunter in Zusammenhang mit kräftigen Gewittern auftreten. Dabei handelt es sich um kleinräumige vertikal ausgerichtete Wirbel, welche meist nur wenige Minuten andauern und einen Durchmesser von einigen Metern bis ca. einen Kilometer aufweisen. Man teilt sie aufgrund ihrer Stärke nach der Fujita-Skala ein (F0 bis F5). Die Windgeschwindigkeiten in einem Tornado können extrem hoch sein. Die bisher höchste gemessene Geschwindigkeit wurde am 03.05.1999 im US Bundesstaat Oklahoma mit Hilfe eines Doppler-Radars gemessen und beträgt 496 ± 33 km/h, sie ist gleichzeitig die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit auf der Erdoberfläche überhaupt.
Fallwinde
Kalte Luft hat eine größere Dichte als warme Luft. Bei Fallwinden stürzt die schwerere, kalte Luft durch die Gravitation nach unten. Dabei kommt es zu einer deutlichen Abkühlung in den Bereichen wo die Fallwinde durchgreifen. Bekannt sind zum Beispiel die Bora an der Adriaküste.
Einen Spezialfall stellen Downbursts dar, sie können in Zusammenhang mit kräftigen Schauern oder Gewittern auftreten. Sie entstehen einerseits dadurch, dass Abwinde plötzlich stark nach unten beschleunigt werden oder andererseits durch vertikale Luftbewegungen und damit einhergehendem Heruntermischen hoher Windgeschwindigkeiten bis in bodennahe Luftschichten.
Föhn
Entsteht wenn Luftmassen ein Gebirge überströmen. Auf der Leeseite kommt es dabei zu Absinkbewegungen, ein warmer, trockener, hangabwärts gerichteter Wind entsteht. Der Luftdruckunterschied zwischen Luv- und Leeseite des Gebirges bestimmt dabei in erster Linie die Höhe der Windgeschwindigkeiten während eines Föhnereignisses. Je größer dieser Unterschied ist, umso höher sind die Windgeschwindigkeiten und umso eher kann der Föhn bis in Tallagen durchgreifen. Bei einem starken Föhnereignis können Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 km/h auftreten.
In Österreich sind drei verschiedene Wetterlagen für die Mehrheit von großflächigen Sturmereignissen verantwortlich:
Westwindlagen mit Sturmtiefs, die über das nördliche Mitteleuropa nach Osten ziehen. Da sich das stärkste Sturmfeld in der Regel immer südlich des Tiefzentrums befindet, fegen heftige West- bis Südwestwinde über die Alpennordseite und die Alpen.
Föhnlagen mit tiefem Luftdruck im Raum Nordfrankreich, Benelux-Staaten und Großbritannien sowie hohem Luftdruck über Südosteuropa. Die heftigsten Sturmböen treten in den klassischen Föhntälern auf: Sämtliche Süd-Nord ausgerichteten Täler von Vorarlberg bis ins Mostviertel, in manchen Fällen auch in Kärnten und der Weststeiermark.
Bei sogenannten Vb-Lagen, wenn Tiefdruckgebiete von der Adria über Ungarn nach Nordosten ziehen: Heftiger Nordwestwind im Donauraum und am Alpenostrand.

Je nach Intensität des Sturms brechen Äste ab oder ganze Bäume werden entwurzelt. Dachziegel lösen sich aus den Dächern und können herunterfallen, bei heftigem Sturm auch herumgewirbelt werden. Gegenstände können umherfliegen, Schilder, Werbetafeln und Baugerüste umstürzen. Beim Lenken von Fahrzeugen mit großem Luftwiderstand oder mit Anhängern treten erhebliche Probleme auf. Allgemein ist mit Beeinträchtigungen im Straßen- und Schienenverkehr, mitunter auch im Flug- und Schiffsverkehr zu rechnen. Im Gebirge kann die Infrastruktur durch Schneebruch, Verwehungen und umstürzende Bäume teilweise zum Erliegen kommen, es besteht erhöhte Gefahr durch Lawinen, Steinschlag und abbrechende Eiszapfen.
In der Unwetterzentrale gibt es 3 Unterteilungen der zu erwartenden Stärke eines Sturmereignisses. Für die ausgegebenen Warnungen ist nicht der Mittelwind, sondern die Geschwindigkeit der Windböen ausschlaggebend. Die Warnungen werden zusätzlich noch für das Flachland und das Bergland aufgeteilt.